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BiPol fragt, BLATT antwortet…

Wie vor allen ÖH-Wahlen stellen sich die Fraktionen auch 2017 den Fragen des Referates für Bildung und Politik. So auch die BLATT (nachzulesen im TUinfo zur Wahl).


BiPol: Was muss sich an der TU Graz ganz dringend verändern?

BLATT: Die TU Graz hat den vor 40 Jahren erfolgten Sprung von einer Hochschule zur Universität noch immer nicht ganz vollzogen. Zugegeben, die Fassaden sind schön, aber dahinter verbirgt sich die eine oder andere Ruine. Die Weigerung sich mit Technikfolgenabschätzung zu beschäftigen, ist da symptomatisch. Auch fehlt es an einem Ethik-Institut, welches international an Technischen Universitäten längst üblich ist.


BiPol: Trotz vereinzelter Aufnahmeverfahren und Zugangsbeschränkungen steigen seit Jahren die Studierendenzahlen, nicht aber in gleicher Weise die Anzahl der Lehrenden oder der Hörsäle und Labore. Wie soll die TU Graz dem begegnen?

BLATT: Da durch NAWI Graz und der vereinfachten Mitbelegung viele ihr Studium auf mehrere Bildungseinrichtungen verteilen, sagt die bloße Anzahl nichts aus. Aussagekräftig ist nur mehr die Entwicklung der erstzugelassen ordentlichen Studierenden und diese schwankt in den letzten zehn Wintersemestern um die 1500. Sie ist praktisch konstant. Und dem erhöhten Ressourcenbedarf für NAWI Graz stehen Mittel eigens dafür gegenüber. Die gestellte Frage suggeriert somit einen Sachverhalt der in dieser Weise nicht existiert.

Jedoch gibt es eine generelle Unterversorgung mit finanziellen Mitteln. Und das hat System. Die heutige Universitätsstruktur brachte die Vollrechtsfähigkeit der Universitäten, erhielt aber die Verantwortung des Ministeriums für die Unis gegenüber dem Nationalrat, was eine Durchgriffsmöglichkeit erfordert. Und das geht über die Finanzen. Die Folge: Die Unis verwalten nur Mängel. Der erste Lösungsschritt liegt auf der Hand: ein neues Universitätsgesetz. Als zweites hat die TU-Graz ihre Hausaufgaben zu erledigen: Pluralität und Diversität des Denkens sowie Diskussionen sind das, was eine Universität ausmacht. Und der oberste gesetzlich Auftrag, der Beitrag „zur gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft und der natürlichen Umwelt” (§ 1 UG) muss endlich ernst genommen werden. Schließlich ist dieser überwiegend durch die Absolventinnen und Absolventen zu erfüllen. Und dafür müssen sie gebildet – nicht ausgebildet – sein.


BiPol: Das Projekt NAWI Graz startet nun bereits in sein 2. Jahrzehnt. Welche Stärken und Schwächen seht ihr darin bzw. wo liegen die noch nicht ausgeschöpften Möglichkeiten?

BLATT: NAWI Graz brachte einerseits eine größere Wahlfreiheit innerhalb der betroffenen Studien. Andererseits läuft die Administration von TU Graz und Uni Graz noch in vielen Belangen neben- und nicht miteinander. Darüber hinaus gibt es völlig überzogene Einschränkungen in den Studienplänen. Als Beispiel sei die Vorziehregelung aus dem Masterteil genannt. Waren die ersten zehn Jahre von eine Erweiterung auf mehr Studienrichtungen gekennzeichnet, muss jetzt eine Konsultierungsphase eintreten, in der die bestehenden Mängel behoben werden.


BiPol: Was schaut für euch erfolgreiche Arbeit als StudierendenvertreterIn aus?

BLATT: Konstruktiv gemeinsam zu arbeiten, vor allem unter Einbindung von interessierten fraktionslosen Studierenden, ist hier der Ansatzpunkt. Die HTU wäre ansonsten nicht mehr handlungsfähig. Personen, die den Laden aufrechterhalten, müssen natürlich im vollem Umfang diesen mitgestallten können. Zahlreiche Projekte der vergangenen Jahre zeigen, dass dies möglich ist. Im Wesentlichen also so, wie es in den letzten beiden Jahren auf der HTU gehandhabt wurde. Dass dies nicht selbstverständlich ist, zeigen die beiden Jahre zuvor, wo das Betriebsklima auf der HTU katastrophal war.


BiPol: Warum habt ihr euch entschieden als Liste anzutreten, wer unterstützt euch?

BLATT: Bereits seit 24 Jahren gestalten wir die TU Graz durch unsere Arbeit an der HTU mit. Damit sind wir die zweitälteste kontinuierlich arbeitende Fraktion an der TU Graz. Dabei zeigte sich, dass die Umsetzungsmöglichkeiten ungleich höher sind, als bei Einzelpersonen. Unsere gemeinsamen Ansichten und Interessen in universitären und gesellschaftspolitischen Fragen haben uns dazu veranlasst, erneut als BasisListe Alternativer Technikerinnen und Techniker anzutreten.

Die Wahlkampfkosten werden sich auf etwa € 1500,- belaufen. Sie werden momentan von der GRAS-Bundesorganisation gedeckt, die sie wiederum von der Bundespartei der Grünen erhält.


BiPol: Welche Liste würdet ihr wählen, wenn eure eigene nicht antreten würde?

BLATT: Wählen können nur Personen und nicht Fraktionen. Dies ist eine persönliche Entscheidung die nicht abgenommen werden kann und darf. Wen unsere Liste wählen würde, stellt sich daher nicht.


BiPol: Die Bundesvertretung der ÖH wird diese Mal wieder separat und direkt gewählt: Habt ihr eine Wahlempfehlung für eine Liste?

BLATT: Die BLATT wurde kurz nach ihrer Gründung 1993 eine Unigruppe der GRAS. Die Vorstellungen von Gesellschaft sind die gleichen, jedoch unterscheiden sich die Prioritäten und Ausdrucksformen zwischen Bundes- und Universitätsebene deutlich. Die Studierenden müssen spätestens an der Urne selbst entscheiden, ob sie mit Beidem zurechtkommen.